Ja, ja der Chianti-Wein….

Wer in den fünfziger Jahren das Lied “Ja, ja der Chianti-Wein” vor sich hin trällerte, der wird an einen rustikalen, roten Bauernwein in einer mit Bast umwickelten Flasche gedacht haben. Das Lied hat sich nicht verändert, der Wein sehr wohl. Heute zählen Tropfen aus dem Chianti zu den besten Rotweinen, die Italien zu bieten hat.Die Chianti-Region liegt in der Toskana, die zusammen mit dem Piemont als wichtigste und qualitativ hochrangigste Weinregion Italiens gilt. Gut zwei Drittel ihres Territoriums weisen Berge oder sanfte Hügel auf. Zusammen mit dem sonnenverwöhnten Klima sorgt diese Landschaftsform dafür, dass hier buchstäblich schon seit Jahrtausenden Wein angebaut wird. Eine neue Generation von Winzern hat dem Chianti in den letzten zwei Jahrzehnten wieder zu Weltgeltung verholfen. Dabei handelt es aber keineswegs nur um junge toskanische Weinbauern, die etwa ein väterliches Gut übernommen hätten. Vielmehr gönnen sich im Chianti immer mehr Unternehmer und Spitzenmanager aus aller Welt ihr eigenes kleines, aber exquisites Weingut. Das Know-how für den Weinanbau kommt von Fachleuten, das Kapital für notwendige Investitionen von den neuen Besitzern. Auf diese Art und Weise ist für den Chianti-Wein eine neue Ära mit Spitzenqualitäten angebrochen. Das gilt vor allem für die Lagen des Chianti Classico und im Chianti Rufina.

Während der Chianti früher einmal fruchtig ausgebaut worden ist und nur sehr kurzlebig war, machen die “neuen” Roten aus dem Chianti großen Bordeaux-Weinen Konkurrenz und können entsprechend lange gelagert werden. Als Hauptrebsorte für die trockenen Chiantis wird die Sangiovese-Traube angebaut.

Der prestigeträchtigste und teuerste Rotwein der Region ist der “Brunello di Montalcino”. Dieser Spitzenwein muss mindestens zwei Jahre lang in einem Holzfass bleiben, bevor er verkauft werden darf. Sein jüngerer, frischerer “Bruder” ist unter dem Namen “Rosso di Montalcino” im Handel.

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