Es sei gleich vorweg gesagt: Die Basilikata ist keine Urlaubsempfehlung für Leute, die eine nette kleine Weinreise unternehmen wollen. Gern überall sonst in Italien, aber nicht in dem “königlichen Land”, wie die Basilikata einst bei den Griechen hieß. Hier, zwischen Apulien und Kalabrien, ist die Berglandschaft wild und rau, die Temperaturen bleiben weit unter dem italienischen Durchschnitt zurück und teilweise herrscht hier noch richtige Armut. Dennoch, in der Basilikata wird Wein angebaut, viel Wein. Ein Großteil der Ernte landet allerdings als Verschnittwein per Tanklastwagen im italienische Norden und im Ausland. Nur zehn Prozent der Region gelten als Anbaugebiet für Weine mit DOC-Siegel. Davon entfallen wiederum 90 Prozent auf Rotwein, der verbleibende Rest von zehn Prozent produziert Weißwein.
Freilich, das alles ist derzeit im Wandel. Auch an den Weinbauern der Basiliakata gehen neue Produktionsmethoden und moderne Kellertechniken nicht unbemerkt vorüber. Die Weine werden langsam aber sicher besser. Für eine in ganz Italien einzigartige Einrichtung bedeutet das allerdings mittelfristig das Aus. Die Rede ist von den legendären Erdkellern in dem Ort Barile. Sie dienten in der Vergangenheit als Kelterhäuser und als Lagerstätte für Wein aus der Basilikata. Heutzutage werden sie immer weniger genutzt. Noch aber ist es längst nicht soweit, dass man garantiert jeden Wein genießen kann, der aus der Basilikata stammt. Wie kommt es also, dass eine kleine Zahl ausgemachter Weinkenner und Weinfanatiker dennoch dorthin pilgert? Es liegt an den beiden einzigen Spitzenweinen, die die Basilikata derzeit hervorbringt. Kaum bekannt und wegen seines immer noch relativ günstigen Preises extrem unterschätzt, können Spezialisten den roten Aglianico del Vulture gar nicht genug anpreisen – er zählt tatsächlich zu den besten Rotweinen Italiens. Im Regelfall wird er trocken ausgebaut, er ist aber auch in einer halbsüßen (italienisch: amabile) Variante erhältlich. Auch der zweite Spitzenwein – der weiße Moscato del Vulture – stammt von den Hängen des erloschenen Vulkans Monte Vulture. Dort reifen die Trauben an Hängen in eine Höhe zwischen 500 und 700 Metern.