Kaum vorstellbar – die rote Rebsorte Saint Laurent, dessen Ursprungsland Frankreich ist, existierte in den 60ern in Deutschland vermutlich nur noch an einem einzigen Rebstock. Dieser letzte Rebstock ist nur knapp dem Schicksal entkommen und wurde nicht ausgehackt. Es ist also Carl Bonner zu verdanken, dass Saint Laurent den Deutschen erhalten geblieben ist und einen enormen Aufschwung erleben durfte.Saint Laurent wurde etwa zur Hälfte des 19. Jahrhunderts durch einen deutschen Apotheker aus Frankreich nach Deutschland eingeführt. Von Deutschland aus eroberte sie schließlich auch Österreich, wo sie überwiegend in der Region Neusiedlersee vorkommt. Auch die Tschechische Republik und die Slowakei haben die Ergebnisse der Rebe schätzen gelernt. In den Überseeländern wie Kanada und Neuseeland steckt sie jedoch noch in den Kinderschuhen.
Namensgeber der Rebsorte scheint ein Schutzpatron der Köche, der Heilge St. Laurentius zu sein.
Ampelografie: Die Triebspitzen des Saint Laurent sind gelbgrünlich und außerordentlich weißfilzig belegt.
Geschmack, Bukett: Weine aus der Saint Laurent Traube weisen einen mittleren Körper auf, besitzen einen äußerst intensiven Waldbeerenduft bzw. Aromen von Kirschen und Holunder. Da die Weine als Jungwein sehr herb sind, sollten sie eine Weile lagern, um sich angenehm und vollmundig zu entwickeln. Da die Moste dieser Rebe einen guten Säurewert beinhalten, erzielen sie in der Regel fruchtig-frische Rotweine. Besonders gute Qualitäten werden durch den Barriqueausbau erzielt.
Als Speisenbegleiter eignet es sich eher zu leichten Gerichten, je nach Dichte auch zu kräftigeren.
Synonyme: Sankt Laurent, St. Laurent, Laurentztraube, Lorentstraube, Lorenztraube, Sankt Lorentztraube,