Die Hersteller von Korken haben nach neuen Alternativen gesucht, die korktypischen Schwachstellen auszumerzen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kunststoffkorken herzustellen. Sie sind alle vergleichsweise günstig gegenüber der Herstellung von Natur- oder Glas-Korken. Eine davon ist die Fertigung im Endlosstrang, der dann auf Länge geschnitten wird. Eine weitere Fertigungsart ist das Spritzgießen, wobei jeder Korken in einer extra Form gefertigt wird. Solche Korken haben eine hervorragende Dichtigkeit. Weiterhin wichtig bei der Produktion sind die Inhaltsstoffe, wobei ohne Weichmacher gearbeitet wird.Der Kunststoffkorken ist eine der neuen alternativen Verschlussmöglichkeiten gegenüber dem herkömmlichen Naturprodukt. Der Weinkenner freut sich über die Weinromantik und das ploppende Geräusch beim Öffnen mit dem Korkenzieher. Vorteil des Kunststoffkorkens ist, dass der gefürchtete Korkschmecker hier vollständig ausgeschlossen werden kann. Der Wein bleibt also lecker. Beim Öffnen kann auch der Korken nicht splittern, so dass keine Partikel ins Innere der Flasche gelangen. Das erlaubt einen ungetrübten Weingenuss.
Durch den Kunststoffkorken ist ein luftdichter Verschluss möglich, jedoch kann der Wein nicht atmen. Das ist wichtig für seine Nachreifung in der Flasche. Ohne eine Sauerstoffzufuhr erfolgt nur eine sehr langsame Reifung des Weines.
Es liegen jedoch keine Langzeitstudien vor, welche chemischen Reaktionen bei längerer Lagerzeit zwischen Alkohol, Säuren, Gerbstoffen und Plastik erfolgen können. Die Folgen dieser Verbindung kann noch niemand abschätzen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass später eine leichte Plastiknote im Wein schmecken könnte. Aus beiden genannten Gründen sollte man diesen Wein nicht zu lange und vor allem nicht liegend, sondern stehend lagern.
So ist es ausgeschlossen, dass der Wein mit dem Kunststoffkorken in Berührung kommt.
Auf der Suche nach Informationen über die Lagerungsfähigkeit von Weinen, die in Flaschen mit synthetische Kunststoffkorken verschlossen wurden, fand ich auch die Seite weinkennerin.de.r. Interessanterweise finde ich hier die Auskunft, dass die Reifung eines Weines in einer kunststoffverkorkten Flasche aufgrund des luftdichten Abschlusses nur sehr langsam und verzögert vor sich geht, was die Möglichkeit einer langjährigenLagerung impliziert.
Leider gibt es zu dieser, ihrer Information keine Quellenangabe. Denn andere Internetseiten behaupten genau das Gegenteil (ich möchte hier keine Links eingeben, aber via Suchmaschine findet man sie schnell). In diversen Foren und auch z.B. auf der Seite eines Weingutes fand ich nämlich folgende, Ihrer Information diametral entgegengesetzte Meinung: “Für die Langzeitlagerung ist der Synthetikkork weniger geeignet, da er einen etwas höheren Gasaustausch als der Naturkork zuläßt.”
Was stimmt denn nun? – Gruß A.B.